Branchentag 2013
1. Tag: 11.4.2013
2. Tag: 12.4.2013
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Rückblick
 
Rückblick auf den Branchentag Naturbau 2013


   
       
       
       
     
     

Auf Einladung der ÖkoPlus AG, dem Fchhandelsverbund für ökologisches Bauen und Wohnen, trafen sich am 11. und 12. April 2013 Händler, Hersteller und Planer zum Branchentag Naturbau in Grünwald unter dem Motto: Aus Überzeugung besser! Das Biohotel "Alter Wirt" war idealer Veranstaltungsort für die vierte Veranstaltung in Folge. Sowohl die Zimmerausstattung, die Restauration als auch das Ambiente entsprachen den Ansprüchen des Veranstalters an einen baubiologisch ambitionierten und deshalb wohngesunden Hotelbetrieb.

Vorstand Horst Kliebe konnte für das Programm Referenten gewinnen, die sich in ihren Vorträgen im weitesten Sinne mit Fragen der Moral auseinander setzten.

Dr. Martin Düchs, Architekt und Philosoph aus München nutzte die Frage: "Kann denn Bauen Sünde sein" dazu, seine Philosphie des "Bauens für ein gutes Leben" zu entwickeln. Obwohl der Referent im Wesentlichen die Architekten in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte, bezog er jedoch alle - am Entstehungsprozess eines Bauvorhabens - Beteiligten (Auftraggeber, Behörden - stellvertretend für die Gesellschaft, Nachbarn, Handwerker, Handel) ein und konnte deren Mitverantwortung für das Bauwerk nachweisen. Vor allem in dem Grundprinzip der Fürsorge, hier: "Sorge um die Natur" und dem Prinzip der Nachhaltigkeit fanden sich die Teilnehmer wieder.
Dr. Düchs lieferte gute Argumente, warum Naturbaustoffe zu einem Bauen für ein gutes Leben beitragen.

Carsten Schmitz, Leiter der "GLS-Niederlassung" in München, stellte unter dem Titel: "Nicht bad bank sondern good bank" die Geschäftsphilosphie der GLS-Bank vor. Er konnte in beeindruckender Form belegen, dass sich alle Geschäftsfelder nicht nur an Ökonomie sondern an Ökologie und sozialem Engagement ausrichten.

Dr. Markus Raschke, Vorstand vom "Fair Handelshaus Bayern eG" fesselte die Zuhörer mit seinem Vortrag "Fairer Handel am Scheideweg". Er lieferte eine Standortbestimmung zwischen Nischenexistenz und Massenmarkt und konnte deutliche Parallelen zwischen der Entwicklung des Marktes für faire Handelsprodukte und Naturbaustoffe aufzeigen. Der Massenmarkt verlangt nach Labeln, die jedoch in vielen Fällen zu einem Qualitätsverlust führen. Dr. Raschke lieferte dazu einige Beispiele und regte damit zu einer lebhaften Diskussion an.

Lea Fischer und Katharina Opgenorth-Brand stellten in ihrem Beitrag die Anliegen des Arbeitskreises "Junioren in der ÖkoPlus AG" vor und warben bei den teilnehmenden Ladeninhaber/innen dafür, sich der Frage der Betriebsnachfolge zu stellen. Ein erster Schritt sei getan, wenn junge Mitarbeiter/innen zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises entsandt würden.

Im Workshop "Internet", moderiert von Ellen Fischer und Theo Opgenorth, beide Mitglieder des Aufsichtsrats der ÖkoPlus AG, ging es um die Bedeutung des Internets, des E-Commerce und der sozialen Netzwerke für den Naturbaustoffhandel. Bertold Roth (IT-Veranstwortlicher bei Proclima) lieferte Hintergrundinformationen zu zeitlichem Aufwand der genannten Anwendungen und half bei der Formulierung der Checklisten, die zur Entscheidungsfindung abgearbeitet werden müssten.

Die ÖkoPlus-Beiratsmitglieder Udo Rupp und Ulrich Steinmeyer moderierten den Workshop "Kooperationen". Sie stellten verschiedene Modelle der Kooperation mit Handwerkern und Planern vor, die aktuell praktiziert

werden oder in naher Zukunft umgesetzt werden sollen. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass die zunehmende Nachfrage nach "Leistung aus einer Hand" einerseits lukrative Aufträge generierten andererseits den Handel jedoch dazu zwängen, eine Entscheidung über die Form ihrer Kooperation vor Ort zu fällen. Dazu sei es notwendig, Zielvereinbarungen zu formulieren.

Im Rahmen der Abendveranstaltung wurden traditionsgemäß zwei Unternehmen ausgezeichnet, die im Jahr 2012 durch ihre Umsätze die ÖkoPlus AG wesentlich gefördert haben:
Bei den ÖkoPlus-Händlern erhielt Axel Mattern, stellvertretend für die Firma oe.con GmbH aus Bad Dürkheim die Urkunde. Bei den Lieferanten nahm Stefan Nolle, stellvertretend für die Firma AURO AG in Braunschweig die Urkunde aus den Händen des Vorstandes Horst Kliebe entgegen.

Rainer Hermann, Aufsichtsratsvorsitzender der ÖkoPlus AG, zog zum Schluss ein positives Resumee und sah sich in der Wahl des Veranstaltungsmottos bestätigt: Die ÖkoPlus-Händler seien nicht nur mit ihrem Produktsortiment hervorragend aufgestellt sondern auch mit ihrer Vision ökosozialen Handelns zukunftsfähig, eben "aus Überzeugung besser"!